Mitgliedermail 5 / 2020

Ausnahmezustand Corona-Virus II

Geschätzte KollegInnen

Schliessung von Geschäften, Kurzarbeit, (Teil-)Stilllegungen von Airlines – auch die Schweiz ist in einem «Ausnahmezustand». Als Sozialpartner stehen wir in engem Kontakt mit den Unternehmungen, regelmässige und ausserordentliche Telefonkonferenzen finden statt, viele Mitglieder gelangen mit konkreten Fragen an uns. Zunehmend erkranken Menschen.

SEV-GATA ist am Ball. Zur aktuellen Pressekonferenz der Swiss von heute (19.3.2020) haben wir unten aufgeführte Medienmitteilung versandt.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat ein Massnahmenpaket beim Bund platziert (vgl. https://www.sgb.ch/aktuell). Ein gemeinsames Schreiben der Gewerkschaften des Luftverkehrs haben wir an den Bundesrat zur speziellen Stütze der Branche «Luftverkehr» gesandt – auch Airline-abhängige Dienstleister wie Swissport und weitere Zulieferer brauchen umgehend staatliche Unterstützung.

Auf viele Fragen des Arbeitsrechts können Antworten gefunden werden online auf https://sev-online.ch/de/aktuell/kontakt.sev/2020/sev-info-zum-coronavirus-deine-rechte-unsere-forderungen/. Natürlich stehen wir auch für persönliche Auskünfte zur Verfügung. Aufgrund der schwierigen Situation ist dies teilweise nur verzögert möglich.

Am 20. März 2020 erfolgen weiterführende Bundesratsbeschlüsse. Nebst Massnahmen zum Gesundheitsschutz darf auch von einer weiteren Bereitstellung finanzieller Mittel zur Krisenbewältigung ausgegangen werden.

Geschätzte KollegInnen, die aktuelle Krisensituation hat Auswirkungen, die niemand erahnen konnte. Auch in dieser Situation steht SEV-GATA, deine Gewerkschaft, an deiner Seite – zur Wahrung gelebter Solidarität und deiner Interessen!

Herzliche Grüsse

Philipp Hadorn, Präsident

SEV-GATA, Deine Gewerkschaft der Luftfahrtindustrie!
Philipp Hadorn, Präsident GATA: SEV-Aviation
Enable JavaScript to view protected content. / www.sev-gata.ch / www.sev-online.ch

 

Medienmitteilung vom 19. März 2020

Luftfahrt ist Service public

Jobs in der Luftfahrt brauchen Sicherheit

Faktisch liegt die Swiss aufgrund der Coronakrise am Boden. «Jetzt braucht es vom Bund und der Swiss den Tatbeweis, dass die Luftfahrt ein existenzieller Teil unserer Volkswirtschaft ist», fordert Philipp Hadorn, Präsident von SEV-GATA, der Gewerkschaft des Bodenpersonals. Und präzisiert: «Eine Finanzspritze des Bundes ist entscheidend, damit die Jobs auch nach der Krise wieder gesichert sind. Und die Swiss muss es sich mit ihrem ausgezeichneten Erfolg im 2019 leisten, dem Bodenpersonal auch während der ganzen Kurzarbeit 100% Lohn zu zahlen.»

Die Coronakrise legt die Verletzlichkeit unseres Systems offen. Hart betroffen sind auch die Mitarbeitenden des Luftverkehrs. Dieser ist unbestreitbar ein wesentlicher Eckwert für den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz. «Jetzt gilt es sicherzustellen, dass das Knowhow der Mitarbeitenden über die Krise hinaus gesichert wird und die Kaufkraft auch während der Kurzarbeit zu 100% erhalten bleibt», unterstreicht Philipp Hadorn. Dies macht Sinn im Interesse der Mitarbeitenden, der Swiss und der schweizerischen Volkswirtschaft.

Die Schweiz hat bereits um die Jahrtausendwende nach dem Grounding der Swissair mit tatkräftiger Hilfe beim Aufbau der Swissair-Nachfolgerin Swiss klargemacht, dass die Luftfahrt «systemrelevant» ist. Auch in der aktuellen Krise ist es unumgänglich, dass der Bund mit einer Finanzspritze den Tatbeweis erbringt, dass er sich der Bedeutung der Luftfahrt bewusst ist. Gleichzeitig ist dies an Bedingungen zu knüpfen: Wie auch in anderen Bereichen des Service public gilt es von der Swiss zu verlangen, die Kaufkraft der Mitarbeitenden auch über die Monate der Krise zu erhalten. Die Strukturen sind mit Jobgarantien auf «Standby» zu halten, damit der für das Land wichtige Flugbetrieb so bald wie möglich wieder hochgefahren werden kann.

«Die Schweiz und die Swiss können und müssen diese Strukturen erhalten, damit sich die Schweizer Luftfahrt nach der Coronakrise wieder erholen kann, im Interesse der ganzen Volkswirtschaft», fordert Hadorn. «Es geht zudem um die Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden im Service public, zu dem auch die Luftfahrt gehört. Das Swiss-Bodenpersonal hat mit seiner Zustimmung zu Modalitäten zur Bewältigung dieser Krise und zur Verlängerung des (verbesserungswürdigen) GAV auf Ende 2021 bereits nennenswerte Opfer gebracht – ganz zu schweigen von den Konzessionen in früheren Krisen. Ausserordentliche Entscheidungen brauchen den Mut zu ausserordentlichen Lösungen, wobei die Swiss vor einem Mittelabfluss zum Mutterkonzern zu schützen ist.

Kommentar schreiben