Member Mail 21 / 2014

Luftfahrt 2014: Low Cost und Dumpingpolitik
N
ews: Swiss macht Ärger bei Projekt „Schicht“

Geschätzte KollegInnen

Das Jubiläumsjahr von SEV-GATA neigt sich zu Ende. Während es bereits 10 Jahre GATA als Teil der grössten Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV zu feiern gab, überschatteten einige Ereignisse Sozialpartnerschaften.

Die Luftverkehrs-Branche boomt im Volumen, Erträge und Arbeitsbedingungen sind zum Teil aber prekär. Die Finanzierung der Airlines ist derart unterschiedlich, dass in Huldigung eines fast grenzenlosen Wettbewerbs ein unerbittlicher Kampf um Marktanteile geführt wird.

Wohl kann sich keine Airline davon ganz herausnehmen. Fast einzigartig sticht die Swiss hervor: Nicht nur die Auslastung, auch die Erträge lassen sich sehen. Trotzdem gestaltete sich die Sozialpartnerschaft mit der Swiss auch in diesem Jahr schwierig.

Per 1. Juli 2014 konnte ein akzeptabler GAV mit der Swiss neu in Kraft gesetzt werden. Wie zu erwarten war, erweisen sich die Einführung des Karrieremodells und die Verhandlungen i.S. „Schichtmodelle“ als schwierig. Irritiert muss immer wieder festgestellt werden, dass Swiss hängige Themen lange nicht bearbeitet und anschliessend in Hauruck-Übungen unausgegorene Umsetzungen vornehmen will. Zahlreiche Informationen zu Fragen rund um das Karrieremodell und den Schichtmodellen sind noch ausstehend. Eine einvernehmliche Lösung i.S. Lizenzgebühren fehlt ebenfalls noch und auch die bis ins laufende Jahr erfolgte Umsetzung von „Globe“ führte zu Problemen.

News: Swiss macht Ärger bei Projekt „Schicht“
Aus der Verhandlungsfront meldet Gewerkschaftssekretärin Regula Bieri, verantwortlich für die Verhandlungsführung zur Umsetzung des Art. 4 Abschlussvereinbarung zum GAV mit der Swiss (Schichtsysteme) alarmierende Neuigkeiten. Unsere Stellungnahme auf das äusserst problematische Staff-News der Swiss vom 17.12.2014 zur Kenntnisnahme:

Das Schreiben von Herr Regli „Information GAV14 – Umsetzung“ haben wir mit Befremden zur Kenntnis genommen. Gewisse Aussagen darin bedürfen einer Richtigstellung.

„Die von euch bestimmten Vertreter in der Arbeitsgruppe haben euch immer zeitnah nach den Treffen informiert. Seit dem letzten Treffen mit Swiss vom 17. November 2014 ist nun aber einige Zeit vergangen. Eine Zeit, in welcher wir auf eine offizielle Rückmeldung auf unseren Kompromissvorschlag gewartet haben und dieser trotz Zusicherung noch nicht eingetroffen ist. Dass dies eine Unsicherheit auslösen kann, ist verständlich. Der Grund dafür liegt aber nicht bei uns, sondern bei Swiss.
Wir haben immer gesagt, dass wir nur zu einer Lösung unsere Zustimmung geben können, welche nach eurer Meinung mitarbeiterverträglich ist. Alles andere wäre aus unserer Sicht unverantwortlich und dazu wollen, können und werden wir niemals Hand bieten.

Wir haben nun zur Kenntnis genommen, dass Swiss unseren Kompromissvorschlag anscheinend ablehnt, angeblich aus arbeitsrechtlichen Gründen. Welche dies genau sind, ist uns nicht bekannt. Ebenfalls haben wir zur Kenntnis genommen, dass eine Variante entwickelt wurde, ohne dass wir oder ihr direkt darüber informiert wurdet und diese noch auf deren Rechtsgültigkeit überprüft wird. Dass uns diese Variante nicht vorgängig zur Kenntnis gebracht wird, erachten wir als eine nicht akzeptable Vorgehensweise. Dies haben wir der Swiss in einem Schreiben am 18. Dezember 2014 bereits mitgeteilt.

Ob diese Variante mitarbeiterverträglich sein wird oder nicht, habt ihr zu entscheiden und SEV-GATA wird sich dementsprechend dazu äussern und positionieren. Somit sind wir gespannt, wie es weitergehen wird.“

Effektiv reihen sich Restrukturierungsmassnahmen in der noch jungen Swiss-Geschichte fast nahtlos aneinander. Während Globe wohl unter dem Diktat der Lufthansa stand, ist es bei der Aufgabe des Flugbetriebes ab Basel unklar. Sicher ist, dass die Betroffenen der Technik in Basel nach anhaltendem Strategiewechseln jetzt erneut die Folgen eines Missmanagements zu erdulden haben. Auch wenn es sich abzeichnet, dass Jobangebote in Zürich, Unterstützungsmassnahmen zur Stellensuche in der Region Basel und die Anwendung des Sozialplanes gesichert sind, wird es für einige Kollegen kaum befriedigende Lösungen geben.

Im vergangenen Jahr führte der Umgang der Swiss den Sozialpartnern erneut zu fragen. Auch das Einigungsamt des Kantons Zürich ermahnte die Swiss bereits 2011 als Arbeitgeberin ihre Fürsorgepflicht gegenüber dem Personal wahrzunehmen, Massnahmen zur Verringerung der Unzufriedenheit und Unsicherheit der Mitarbeitenden zu treffen und ihrer Verantwortung als Arbeitgeber nachzukommen. Noch ist schwer erkennbar, ob die Swiss bisher daraus Lehren gezogen hat.
Kommende Woche sollten die Lohnverhandlungen für das Bodenpersonal zum Abschluss kommen. Eine ideale Möglichkeit für die Swiss, den Tatbeweis für den Willen zu eine Sozialpartnerschaft und Wertschätzung gegenüber den Leistungen der Mitarbeitenden zu erbringen. In einem Kurzmail informieren wir kommende Woche über das Resultat.

Dank dem grossen Engagements der Kollegen im Vorstand und der Kolleginnen im SEV-Sekretariat konnten wir auch dieses Jahr sichtbare und erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit leisten. Dank gilt auch den einzelnen Mitgliedern, welche ihren KollegInnen die gewerkschaftliche Bewegung erklären konnten, sodass wir erneut eine Mitgliederzunahme verzeichnen können.

Noch ist unsere kollektive Stärke ungenügend und die vorherrschende Trägheit einer Mehrheit der Mitglieder ermöglicht noch kaum den offensichtlich erforderlichen Druck gegenüber der Swiss aufzubauen. Unsere Kontakte zu unseren Deutschen Kollegen sollen mithelfen, auch die Belegschaft der Swiss wach zu rütteln. Der Auslauf der Swiss Luftfahrtstiftung 2015, welche die Interessen der Schweizer Luftfahrt gegenüber der Lufthansa zu vertreten hat, führte mich zur Eingabe einer parlamentarischen Interpellation, welche deren Nutzen und eine angepasste Weiterführung prüfen solle. Auch die Qualitätssicherung der Arbeitsplätze in der Schweiz bedarf eines besonderen Augenmerks.

Für einen Beitritt zur Gewerkschaft im laufenden Jahr ist es noch nicht zu spät! Beitrittserklärungen von KollegInnen, die bis am 30. Dezember 2014 bei uns eintreffen, bekommen folgende Vorteile:

1. Mitbestimmung: Auch Neu-Mitglieder können unsere Gewerkschaftspolitik mitbestimmen.

2. Memory-Card: Unsere coole Memory-Card zeigt, dass es bei SEV-GATA Platz hat. Der PC-Stick im Card-Format bietet 4 GB Speicherplatz und hat als Design unser neues, trendiges SEV-GATA Logo (Versand erfolgt nach Eingang des ersten Mitgliederbeitrages im April 2015).

3. Reka-Checks für CHF 100: Reka-Checks, das Zahlungsmittel der Mobilität erhalten SEV-Mitglieder mit Rabatt. Zum Kennenlernen gibt es CHF 100 für Neu-Mitglieder gratis (Nutzung vgl. www.reka.ch – Versand erfolgt im April 2015).

4. Aktiv oder passiv: Eine Mitgliedschaft bei SEV-GATA ermöglicht ein aktives Engagement für bessere Arbeitsbedingungen. Auch eine „passive“ Mitgliedschaft bewirkt ein grösseres Gewicht von SEV-GATA gegenüber dem Arbeitgeber und damit bessere Arbeitsbedingungen – auch für Dich! 

5. Vorteile „en masse“: Aus unseren Websites www.sev-gata.ch und www.sev-online.ch findest Du die unzähligen Vorteile für Mitglieder, u.a. auch für Weiterbildungs- und Versicherungsangebote.

Jetzt dieses Mail an alle KollegInnen Deiner Abteilung weiterleiten, ausdrucken und verteilen. Eine neue Mitgliedschaft lohnt sich bis zum 30.12.2014 ganz besonders! Der Werber/Die Werberin bekommt zudem die übliche Prämie von CHF 50!

Gesegnete Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr wünschen wir Dir!

Herzliche Grüsse

Philipp Hadorn, Präsident

SEV-GATA, Deine Gewerkschaft der Luftfahrtindustrie!
Philipp Hadorn, Präsident GATA: SEV-Aviation
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