Member Mail 20 / 2014

Swiss will Destination Basel aufgeben
Mitgliederversammlung am Montag, 15. Dezember 2014, 9.00 h,
Auditorium Swiss, Basel

Geschätzte KollegInnen

Jetzt spricht die Swiss Klartext: Am Hauptsitz der Swiss soll der Flugbetrieb per Mai 2015 eingestellt werden. Ebenso klar die Reaktion von SEV-GATA (vgl. unten aufgeführte Medienmitteilung vom 8.12.2014). Immerhin sichert die Swiss den 24 Betroffenen Stellen in  Zürich zu, will bei Bedarf zur Vermittlung zu anderen Technikbetrieben in Basel verhelfen und bestätigt auf unser Verlangen im Notfall die Anwendung des Sozialplanes „plus“.

Mitglieder, Interessierte und Solidarische laden wir ein zu einer Versammlung am Montag, 15. Dezember 2014, 9:00 h im Auditorium Swiss in Basel. Dabei gilt es gemeinsam die weitere Vorgehensweise inkl. allfälliger Gegenmassnahmen zu diskutieren.

Die Möglichkeiten hängen von der Bereitschaft der Mitarbeitenden zu angepassten Massnahmen ab. Erste Schritte zum Erfolg sind Mitgliedschaft bei SEV-GATA und Teilnahme an der Veranstaltung. Jetzt allenfalls Beitrittserklärung ausdrucken, ausfüllen und einscannen, am Montag an die SEV-GATA-Versammlung kommen und Deine Zukunft gestalten!

Herzliche Grüsse

Philipp Hadorn, Präsident

SEV-GATA, Deine Gewerkschaft der Luftfahrtindustrie!
Philipp Hadorn, Präsident GATA: SEV-Aviation
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Medienmitteilung vom 8.12.2014:

SEV-GATA kritisiert Stilllegungsentscheid für Flugbetrieb ab Basel

Swiss schert sich weder um Mitarbeitende noch um Investoren

Mit grossen Einsatz gelang es Mitarbeitenden der Swiss-«Technik» und -«Station» in den vergangenen Monaten, trotz Restrukturierungsmassnahmen einen sicheren Flugbetrieb ab Basel zu garantieren. Mit dem Entscheid, den Flugbetrieb ab Basel auf Mai 2015 stillzulegen, kappt Swiss einen Teil der eigenen Geschichte: Knowhow aus dem Dreiländereck und Millioneninvestitionen aus der regionalen Wirtschaft zur Jahrtausendwende.

Für 2015 ist die Auflösung der Swiss-Luftfahrtstiftung angekündigt, und die Swiss will umgehend den Flugbetrieb ab Basel einstellen. International tätige Betriebe aus Basel hatten zur Jahrtausendwende mit dreistelligen Millionen-Beträgen der Phönix Swiss einen Neustart aus der Asche der Swissair-Gruppe ermöglicht. Nach gescheiterten Experimenten mit Outsourcing und Massenentlassungen verloren in der Technik bei Lufthansatechnik Switzerland (LTSW) mehrere hundert Aviatik-Spezialisten in den vergangenen fünf Jahren ihre Stelle. Jetzt sollen 20 Mitarbeitende der Swiss-Technik und vier der Station am Swiss-Standort Basel die Stelle verlieren, womit noch gut 300 Mitarbeitende am Hauptsitz der Swiss verbleiben. Der Konzernentscheid zur Betriebsaufnahme der Lufthansa-Tochter «Eurowings» steht noch immer aus, trotzdem will die Swiss die Flieger ab Mai 2015 ab Zürich einsetzen.
«Es ist moralisch und wirtschaftlich äusserst fragwürdig, Arbeitsstellen von Fachspezialisten in Basel aufzuheben, die Investoren (und Stammkunden) vor den Kopf zu stossen und Fakten zu schaffen, bevor der Konzernentscheid zu ‹Eurowings› gefallen ist», kritisiert Philipp Hadorn, Präsident von SEV-GATA und Gewerkschaftssekretär SEV.
Bereits in den vergangenen Jahren zeigte die Swiss ein äusserst ungeschicktes Händchen mit der Strategie in Basel. Die Auslagerung von über dreihundert Technikern an die neu gegründete Lufthansatechnik-Tochter LTSW führte ab 2008 noch zum Aufbau einiger Dutzend Stellen, bevor LTSW im Februar 2013 kläglich scheiterte. Über 400 Mitarbeitende bezahlten die Fehlentscheidungen aus den Häusern Swiss und Lufthansa mit ihrer Arbeitsstelle. Es wird interessant sein zu hören, wie sich die Swiss-Luftfahrtsstiftung zu den aktuellen Ereignissen äussert, da sie ja die Interessen der Schweiz gegenüber dem Lufthansakonzern sicherzustellen hat. Ebenfalls zur Konzentration von Vertriebsstruktur und Produkt für die ganze Lufthansa-Gruppe in Frankfurt gemäss deren Information vom 5. Dezember 2014 wirft Fragen für die Zukunft der Swiss aus.

«Mit meiner Interpellation 14.4066 im Parlament will ich jetzt die Rolle und den Leistungsausweis der Swiss-Luftfahrtstiftung erfahren. Die Reaktion der Betroffenen auf den Schliessungsentscheid werden wir an einer Betriebsversammlung kommende Woche einholen und über Widerstand und Forderungen zu diesem einseitigen Unternehmensentscheid diskutieren», fügt Philipp Hadorn auch mit dem Hut als Nationalrat an und ergänzt: «Vielleicht gelingt es, aus der Hiobsbotschaft der Adventszeit eine Weihnachtsbotschaft zu machen, verbunden mit einem Denkzettel an die unsensible Swiss-Leitung.»

GATA: SEV Aviation (Groundstaff Aviation Technics and Administration) ist die Abteilung Luftverkehr des SEV, der Gewerkschaft des Verkehrspersonals.

Weitere Auskünfte:
Philipp Hadorn, Nationalrat, SEV-GATA-Präsident/Gewerkschaftssekretär